Überschlag

Mit ihm geh mit
in Schritt und Tritt.
Halt seine Hand
mit Rand und Band.

Dann lass Dich gehen
von Kopf bis Zehen
und küss ihn lieb
mit Stich und Hieb.

Schlag eine volle
Fassrolle!

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Der Weihnachtsbaum

Oh Weihnachtsbaum, wie stehst Du da,
gestützt auf den Container.
Du weißt, die letzte Stund ist nah,
auch Du wirst nicht mehr schöner.

Vor kurzem stand’st Du, jung und frisch,
mit Glitzerschmuck behangen,
gleich neben einem Weihnachtstisch.
Rot war’n der Kinder Wangen.

Bald wirst Du voller Faschingsdreck.
Dein Farbenkleid das wechselt.
Und zum Schluss, als letzten Schreck,
wirst Du komplett zerhäckselt.

Weihnachtsgedanke

Ich weiß, die Leser glauben’s kaum,
doch dies Jahr ist mein Weihnachtsbaum
mit Silberglanz und Kerzen gar
noch hübscher als im letzen Jahr.

Ich sitze da und schau die Pracht,
mein Radio spielt Stille Nacht,
Oh fröhlich!, Kommt ihr Kinderlein!,
und an Neujahr mal Auld lang syne.

Mein Weinglas duftet leicht nach Zimt
und Schoko. Eine Kerze glimmt.
Neun Plätzchen ess ich feierlich –
und denk zum Ende bloß an Dich.

Frohlockend

Im Chor erstrahlt ein Weihnachtsengel,
voll Inbrunst singt sie gnadenreich,
sie lächelt brav und nett zugleich,
entzückt den ganzen Kirchensprengel.

Ein Fältchen links von ihrem Munde
verrät mir süß, was sie erdacht:
Schau – sie besucht nach Stille Nacht
ein Teufelchen zu später Stunde.

Im Fahrtwind

Ein Schneemann steht auf Bahnsteig drei.
Er wartet auf den Zug.
Er schaut zwar ziemlich sorgenfrei,
doch das scheint mir Betrug,
denn kommt die Bahn dann alle Stund‘
und Leute steigen ein,
dann hofft er sich die Seele wund,
er schaff‘ es diesmal rein.
Doch fällt der Weg zum Zug so schwer –
die Beine fehlen als Getriebe!
Die Bahn fährt. Er sieht hinterher
und trauert um verpasste Liebe.

Eisliebhaber

Ein Schneemann steht allein im Regen,
er starrt dort langsam vor sich hin.
Ein Mädchen trübt ihm seinen Sinn.
Mit ihr will er Beziehung pflegen.

Er würd‘ gern ihre Kühlheit spüren;
nicht nur so halb, nein richtig ganz.
Ihr eisig Antlitz lieh‘ ihm Glanz.
Er sehnt sich sehr, zu zweit zu frieren.

Auch hat er ein Geschenk bereit,
man kann es sich recht einfach denken,
drei Eiskristalle wird er schenken,
als Sinnbild für die Zweisamkeit.

Du fragst mich nun, wer ist die sie,
die glatt des Mannes Herz abräumt.
Du weißt sehr wohl, was er erträumt:
er träumt von Dir, kalte Sophie.

Ey, Alter

Von Schönheit kann man nicht mehr sprechen
Die Pickel wichen Falten (längst)
Auch sonst hab ich so manch Gebrechen
Doch blieb mir noch mein Liebesspleen
Hormone machen mich zum Hengst
Ich bin halt immer noch ein Teen

Zieh ich des Samstags durch die Gassen
So trink ich zuviel Wein und Bier
Versuch mein Herz als Vers zu fassen
Dem Liebesschmerz bin ich affin
Beim heimwärts ziehen fehlst Du mir
Schau, ich benehm‘ mich wie ein Teen

Und steh’n wir beide Aug in Auge
Wird jedes Wort zum Herzensgruß
Mein Zweifel nagt, ob ich was tauge
Ich zieh nervös am Nikotin
Es kribbelt mich von Kopf bis Fuß
Du machst mich hilflos wie ein Teen