Die Ballade über Gilbert John

Der Gleisstopfzug fährt durch die Nacht
rund 2 K.M. die Stunde.
Ein Einzelgleis wird frisch gemacht
im Moos bei Obergrunde.

Der Messtruppleiter Gilbert John
hat kaum Zeit rumzugammeln.
Jetzt läuft er grade weit davon,
um Prismen einzusammeln.

November ist’s und schon recht kalt.
Die Uhr schlägt Viertel-Drei.
Der John läuft zügig durch den Wald,
er kennt die Rackerei.

Das Feld dann neblig, mondlos, still.
Der Schotterkrach verstummt.
Verhallt der Bimbos laut Gebrüll.
Kein Aggregat, das brummt.

Am stillen Ort im fahlen Licht
kann Furcht sich leicht verbreiten:
Im Kopfe schwirrt ihm ein Gedicht
von Vater, Kind und reiten.

Er läuft dahin und fragt sich prompt:
‚Bin ich nun ganz allein?
Sag, was ist, wenn ein Böser kommt,
versteckt dort bei dem Rain?

So Aberglauben glaub ich nicht!
Doch wer weiß das genau?
Steht neben mir im Nebel dicht
vielleicht die bleiche Frau?‘

An Gruselfilme denkt er nun,
wie Blair-Witch und so weiter.
Dagegen ist er nicht immun.
Die Furcht macht sich nur breiter.

Nur schnell zurück zur Compagnie!
Er fühlt sich wie begossen.
Zum Glück, nicht weit, da werken sie.
Ans Licht! Zu den Genossen!

John kommt zurück, nicht allzu schlapp,
ein Hilfsmann fragt, wie’s geh?
Darauf meint John nur, froh und knapp:
Ja, wie eh.


Bezug:
(2) Geschichtengenerator in Aktion


John als Nachname wird wie „Ion“ ausgesprochen.

Autor: Peter Erbsenzähler

Hallo, ich freue mich sehr über den Besuch! - Mein Blog war anfänglich ein 366° Projekt, um meine grauen Zellen in Schwung zu halten. Allerdings habe ich grad mal 140 Tage durchgehalten. Nach einer längeren Pause geht es nun etwas gemächlicher weiter. - Viel Spaß beim Stöbern. PS. Jule ist der Künstlername meiner Katze. :-)