Willkommen in der Anstalt

Schon bei der großen Türe
begrüßt ein Herr Doktor
ganz ohne Starallüre
glänzt neben ihm ein Anwalt
hier steht mir was bevor

Willkommen in der Anstalt!

Im Wartezimmer weilend
da simst ein Präsident
er wirkt verirrt und eilend
ihm fehlt es wohl an Anhalt
und Regeln die er kennt

Willkommen in der Anstalt!

Dann in der Gummizelle
ein Rockstern singt versaut
signiert fast jede Stelle
bevor man sie schnell anschnallt
süß schimmernd schreit sie laut

Willkommen in der Anstalt!

Nun bei den bösen Fällen
biegt jemand sich zum Beil
ein Boxer wagt zu bellen
hebt Beinchen wie im Bannwald
ein Maler ruft stets Heil

Willkommen in der Anstalt!

Im Haustrakt Nr. 3
vernichtet mich ein Richter
er fragt, wer ich denn sei
bevor er sich pink anmalt
ich halt mich selbst als Dichter

Willkommen in der Anstalt!

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Nieselnder Regen

Ich sterbe beständig ganz sanft vor mich hin,
tagein und tagaus bloß ein ganz kleines Stück.
Das ganz große Glück stand bei mir zu Beginn,
es fühlte sich an wie ein nieselnder Regen.
Mit feucht fahlem Flaum denke ich hier zurück.

Ich sterbe beständig ganz sanft vor mich her,
des morgens, wenn irgendein Zeitgerät dröhnt.
Die Liebe lag lang wie ein trunkenes Meer,
es fühlte sich an wie ein nieselnder Regen.
Doch Wasser verdunstet, es bleibt nichts geschönt.

Ich sterbe beständig ganz sanft vor mich hin,
des mittags, da wir einen Pausenkreis drehn.
Dein Plappern erfüllte mir meist meinen Sinn,
es fühlte sich an wie ein nieselnder Regen:
Behutsam betröpfelt, doch keiner bleibt stehn.

Ich sterbe beständig ganz sanft vor mich her,
des abends, wenn Tagwerk ward nutzlos vertan.
Das zweisame Essen, erquickend und schwer,
es fühlte sich an wie ein nieselnder Regen,
der digestif-panschend verzögert den Wahn.

Ich sterbe beständig ganz sanft nur für mich,
wohin ich auch geh, auf verschlungenen Wegen,
da merk ich, wie viel schon vom Dasein verstrich.
Es fühlte sich an wie ein nieselnder Regen:
Benetzend und ätzend. Nur nicht überlegen.

Lux aeterna

Wie finster die Nacht
Wie strömend der Regen
Wie fehlt jede Pracht
kein Morgen könnt´s geben

Dein Reden sagt: «Schau
Dein Zustand: ein Fimmel!»
Dein Lachen schreit: «Blau
scheint morgen der Himmel!»

Klar, Dunkel folgt Hell
Klar, wachen tönt richtig
Klar, kommt der Appell
doch schlafen ist wichtig